Copacabana
"Ein langes Wochenende muss man ausnutzen"...das dachten wir uns auch Mitte April 2001,
kurz bevor den Osterfeiertagen. Osterfeiertage, das bedeutet in Brasilien Karfreitag
bis Ostersonntag, den Montag ist hier leider kein Feiertag.
Also, nichts wie Hotel reservieren, denn an solchen Tagen ist immer ziemlich schnell
alles voll und ausgebucht. Wenn auch die Cariocas, wie man die Bewohner Rios hier nennt, aus der Stadt
an die ausserhalb gelegenen Strände fliehen, so sind doch alle Hotels voll.
Aber wir hatten Glück und bekamen im Hotel Rio Atlantica, direkt an der Copacabana noch
ein tolles Zimmer. (Ein traumhaftes Zimmer, mit Blick über die Copacabana und auf den
Zuckerhut) Auch sonst war das Hotel super: Fitnessraum und Swimming Pool auf dem Dach...
eine Caipirinha mit Blick über Copacabana und Leme, das hat was ...
Ja, also wie meistens an Feiertagen früh los, um 5 Uhr sind wir aufgestanden und ab ging's
um 6 Uhr in Richtung Rio. Wir hatten Glück, keine Stau, so dass wir gegen 11 Uhr in
Rio ankamen. Leider erstmal statt in Richtung Copacabana auf die Brücke Rio - Niteroi,
die Verbindung zwischen den beiden Städten, die mit 14 km Länge die Bucht von Guanabara
durchzieht. Tja, unplanmässig, aber wir wollten die Brücke eh mal befahren, so gings
halt etwas schneller als vorgesehen.
Auf der Brücke Rio - Niteroi:
Gegen Mittag, also gerade rechtzeitig zum einchecken, kamen wir im Hotel an und liessen
uns erstmal von der tollen Aussicht begeistern.
Ausblick vom Balkon unseres Hotels:
Wir wollten den Nachmittag nicht ungenutzt lassen, so dass wir gleich nach dem Auspacken
aufbrachen. Es gibt in Rio ein speziellen Busticket, City-Rio, das mit verschiedenen
Touristen-Buslinien alle Sehenswürdigkeiten anfährt. Die Tickets gibt es mit 24, 48 etc Stunden
Gültigkeit. Obwohl sie teuer sind (ca. 30 R$ pro Person, etwa 25 DM oder 13 Euro )
haben wir natürlich gleich so ein Tagesticket gekauft,im Nachhinein eine schlechte
Investition. Die Busse fahren sehr langsam und wenn man ein bestimmtes Ziel vor Augen hat,
dauert es ewig, bis man dort ist. Unsere Empfehlung: Taxi nehmen oder wer sich traut
soll ruhig (tagsüber) mit der U-Bahn fahren, funktioniert problemlos.
Also, rein in den Touri - Bus, und ab in Richtung Corcovado. Wie eben gesagt fährt der Bus
halt über Urca (Seilbahn zum Zuckerhut) zum Corcovado und macht dort erstmal eine halbe Stunde
Pause... wir wollten den Pão de Açucar (Zuckerhut) aber erst am Samstag ansehen,
also hatten wir eine längere Pause im Bus. Schliesslich so gegen 3 Uhr waren wir an der
Talstation des Corcovado angekommen, Tickets für die Zahnradbahn hoch zum Christo Redentor
waren schnell gelöst und ab ging es. Die Fahrt mit der Bahn durch den Tijúca Nationalpark
ist schon das erste Erlebnis, aber wirklich umwerfend ist der Ausblick von oben:
Blick vom Corcovado aud den Zuckerhut:
Ein toller erster Tag, abends noch Essen und Bummeln an der Copacabana und relativ früh und kaputt
ins Bett. ...Die Sonnenstrahlen kitzeln an der der Nase und wecken mich auf, Ostersamstag um 7 Uhr,
und wir haben einen herrlichen Sonnenaufgang, mit Ausblick von Bett aus:
Nach Weiterschlafen, einem herrlichen Frühstück und frisch gestärkt geht's nun (wieder
mit dem Touri-Bus, die Tickets gelten ja 24 Stunden) zum Zuckerhut. Von Urca fährt die
Seilbahn hoch zum Morro da Urca, und von dort in einer zweiten Etappe hoch zum Zuckerhut.
Fahrt zum Zuckerhut, und Ausblick von oben auf die Strände:
Ein tolles Erlebnis. Das war sicher nicht der letzte Besuch hier auf dem Zuckerhut.
(wir waren mittlerweile schon wieder dort :-)).
Wieder zurück an der Talstation nehmen wir ein
Taxi und fahren ins Stadtzentrum. Wir bummeln durch die Märkte, geniessen es, durch die
volle Innenstadt zu laufen und kaufen noch ein paar CDs und Zeitungen.
Ein schöner Platz, um etwas Rast einzulegen, ist das Café Colombo. Es ist im Jugendstil eingerichtet
und wirkt wie ein Wiener Kaffeehaus auf uns. Das Café ist voll, aber wir finden noch ein
Plätzchen. Nach ein paar Minuten wissen wir, warum es dort so voll ist. Scheinbar ist
ein kompletter deutscher Reisebus dort eingefallen und bewundert - wie wir ja auch - die
Attraktion. Eine halbe Stunde später ist die Reisegruppe weg und das Bewundern fällt
gleich viel leichter. Wir geniessen unseren Kaffee, gönnen uns eine paar Leckereien
und brechen etwas später auch auf zurück zum Hotel.
Im Café Colombo:
Diesmal nehmen wir die U-Bahn. Es ist einfach, macht Spass und kostet etwa 1 DM pro Person.
Da die Bahn nicht direkt am Hotel hält, schlendern wir entlang der Copacabana zurück,
und geniessen das Strandleben.
Wir beenden den Tag mit einem leckeren Imbiss in einem der Restaurants an der
Avenida Atlantica, trinken in einem der Strandkioske noch ein "cervejinha" und
lassen die beiden Tage in Gedanken noch einmal Revue passieren.
Am Sonntag morgen nach dem Frühstück noch ein Strandspaziergang, anschliessend aufs
Zimmer, packen und gegen Mittag gehts zurück nach Campinas. So viele Sachen, die
wir noch sehen wollten aber nicht geschafft haben...Maracana Stadion (Am liebsten bei
einer Partie Vasco gegen Flamengo), Botanischer Garten, Spazierengehen im Tijúca Nationalpark,
etc. Für uns steht fest: Rio - a gente vai voltar!
Anmerkung der Red.: Wir waren zwar mittlerweile schon wieder in Rio, haben aber leider immer
noch nicht alles geschafft...bis zum nächsten Mal.