Unser erster längerer Urlaub in Brasilien! Eine Woche haben wir uns gegönnt und die erste
Oktoberwoche ist normalerweise etwas ruhiger in der Arbeit, also - nichts wie los.
Hier in Brasilien hatten wir zum ersten Mal etwas von "Fernando de Noronha" gehört, die
Trauminsel aller Brasilianer. Für uns stand fest: Dort müssen wir hin! Und warum nicht gleich am
Anfang die besten Sachen ansehen, wer weiss, ob man später noch Zeit hat. So buchten wir ein
Paket mit 3 Tagen in Natal, der Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande del Norte, und 4 Tagen
auf Fernando de Noronha.
Klar, dass unser Flug nicht zu einer normalen Zeit losgeht. Um 6 Uhr 30 werden wir vom Taxi abgeholt,
um kurz nach 8 Uhr geht der Flug los von Campinas. Campinas - São Paulo - Recife - Natal.
Gegen 16:00 Uhr kommen wir an im Hotel Manary Praia. Ein kleines, aber sehr schönes und
gemütliches Hotel, direkt am Strand, mit Bar und Pool.
Hotel Manary Praia
Im Jahre 1598 wurde das Fort dos Reis Magos (Fort der Hl drei Könige) erbaut und am ersten
Weihnachtstag 1599 in dessen Kapelle die erste Messe gelesen, wodurch die Stadt ihren Namen erhielt:
Natal = Weihnachten. Natal hat heute 800 Tausend Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaates
Rio Grande del Norte. Unser Hotel lag etwas südlich des Zentrums, an der Praia Ponte Negra.
Am Sonntag vormittag hatten wir ein relativ unspektakuläre Stadtrundfahrt, die in unserem
Reisepaket eingeschlossen war. Gegen Mittag bereits zurück im Hotel überlegten wir, was wir
mit dem angefangenen Tag noch machen sollten und beschlossen, zu den Korallenriffen von Maracajaú
zu fahren, um etwas zu schnorcheln. Bus gab es keinen, also musste uns ein Taxi die ca 50 km bringen.
Es gab nur ein Problem. Das Riff liegt unter Wasser und wegen der einsetzenden Flut, kann man
nur bis ca 15:00 dort schnorcheln. Kein Problem meint der Taxifahrer, in 45 Minuten seien wir dort.
Obacht! Wenn ein Brasilianer "kein Problem" sagt, ist höchste Alarmstufe angesagt, das wussten wir aber
damals noch nicht. Erstmal durch's Zentrum von Natal, Wahlsonntag - Stau! Mist, wir sind schon 20 Minuten
unterwegs und noch immer nicht aus der Stadt heraus. Aber "kein Problem", der Taxifahrer kennt eine
Abkürzung! Nochmal Obacht! Neben kein Problem zweites kritisches Wort: "Abkürzung"!
Unser Taxifahrerkumpel kennt die Abkürzung leider doch nicht so gut, so dass er nach etwa weiteren
15 Minuten das erste Mal nach dem Weg fragen muss. Tja, leider Total falsch, es kann ihm keiner
weiterhelfen, so drehen wir mal um. "Nein, nein, alles ok, er weiss schon wohin" er hat wohl
irgendwie geglaubt, wir verstehen nur portugiesisch, wenn er mit uns spricht und nicht, wenn er recht
hilflos nach dem Weg fragt. Schliesslich kommt er an einem Strandrestaurant an. Wir sind mittlerweile
so ca. 1,5 Std unterwegs, es wird allmählich knapp zum Schnorcheln. Im Restaurant fragt er nach dem Weg,
und kommt etwas niedergeschlagen zurück... Am Strand entlang so 5 km, aber auf der Strasse ein
Riesenumweg. Er schlägt uns vor, einfach die Abkürzung (!!) am Strand entlang zu nehmen. Wir sehen
uns etwas entgeistert an, wollen aber natürlich nicht die spiessigen Deutschen sein ... rein ins
Auto und los gehts. Nach ca. 1 km wird der Sand tiefer und wir bleiben stecken.
Mit dem Taxi am Strand
Tja, jetzt besser das Auto freischaufeln, bevor die Flut kommt. Das macht er dann auch, währen ich
ein paar klasse Aufnahmen vom einsamen Strand schiesse. Er schaufelt aber nicht nur das Auto frei,
er lässt auch die Luft aus den Reifen - logisch, so fährt sich gleich viel besser im tiefen Sand.
Und es klappt, nach weiteren 2 - 3 km geht ein Weg von Strand auf eine Strasse und den nehmen wir dann.
Dummerweise fährt es sich jetzt auf der Strasse ohne Luft im Reifen eher schlecht, ziemlich harte
Federung! Eine letzte Sonderprüfung steht und noch bevor. Ein Fähre: Eigentlich nicht für
Taxis gedacht, aber unser Fahrer besteht auch diesen Test mit Bravour:
Auf der Fähre - ob hier öfters Taxis vorbeikommen?
Nach insgesamt nur 2,5 Stunden kommen wir auch in Maracajaú an. Jemand vom Hotel hat wohl
angerufen, denn der Chef der Tauchbasis hat schon auf uns gewartet und wir können noch rausfahren
zum Riff. Leider ist aber das Wasser wegen der Flut schon recht hoch und recht unruhig, so macht
das Schnorcheln nicht soviel Spass und ist sehr anstrengend.
Mit dem Boot zur Tauchbasis und dann auf der Basis
Gegen 16:30 machen wir uns auf den Rückweg. Diesesmal nehmen wir die Strasse und an der nächsten
Tankstelle gibt es auch Luft für unser Taxi. Komisch, der Rückweg dauert tatsächlich nur 45 Minuten.
Abendessen gibt im Fellini, einem Italiener an der Standpromenade von Ponte Negra.
Am Montag ist der letzte volle Tag in Natal und wir haben eine Buggytour - Pflichtprogramm für
jeden Natalbesucher - eingeplant. Um 8:30 geht es los, entlang der Strände und Dünen in Richtung
Norden. Viele Stellen kennen wir ja schon von gestern, von unserem Taxiausflug :-) !
Richtig los geht es dann in den Dünen von Genipabu: "Com ou sem emoção?" ist hier die
Frage, mit oder ohne Emotion... und gemeint ist, ob der Buggyfahrer gemütlich durch die Dünen
schippern soll oder ob er fährt wie eine Wild??? und halsbrecherische Harakiriaktionen dürchführt.
Logisch dass wir com emoção wählen - bitte aber um Verständnis, dass es davon keine Fotos gibt.
Wir haben uns eher krampfhaft am Überrollbügel festgehalten ...
Unterwegs mit dem Buggy
3.10.2000, Dienstag, Fernando de Noronha
Bevor wir abgeholt werden, machen wir nochmal einen 2 Stunden Strandspaziergang und verbrennen uns
nochmal kräftig die Nasen... Um 10:00 Uhr kommt dann der Airport Shuttle und um 14:00 landen wir
auf Fernando de Noronha.
Anflug auf Fernando de Noronha
Fernando de Noronha ist eigentlich keine Insel im klassischen Sinn, sondern vielmehr die aus dem
Meer herausragende Spitze eines Vulkanfelsens, der unter Wasser noch 4000 Meter in die Tiefe reicht.
Also keine langsam abfallende Küste, sondern wenige hundert Meter ins Meer hinaus und du hast nichts
als Wasser unterm Boot ... Die ca 350 km vor der Küste Brasiliens liegende Insel wurde 1503 vom
portugiesischen Kaufmann Fernando de Noronha entdeckt und erhielt später dessen Namen. Hauptattraktion
Fernando de Noronhas sind neben der wunderschönen Natur vor allem die Delphine: In der Baía dos
Golfinhos, der Bucht der Delphine, tummeln sich jeden Tag hunderte von Delphinen und bieten den
Zuschauern ein einmaliges Spektakel. Zusehen kann man heutzutage nicht mehr vom Boot aus nächster
Nähe, sonder nur noch von einem Aussichtsfelsen der Insel ... zum Schutz der Tiere. Man kann die
Delphine jedoch noch immer vom Boot aus sehen, nämlich am frühen Morgen und am späten Nachmittag,
wenn sie vom offenen Meer in die Bucht kommen und nachmittags wieder ins Meer zurückkehren. Die Bucht
selbst jedoch ist für Boote mittlerweile Tabu.
Der erste Tag, die ersten Strände
Baía do Sancho, einer der schönsten Strände, aber schwer zugänglich
Praia da Atalaia, herrlich zum Schnorcheln
Eine erfrischende Kokosnuss - die Delphine kommen aus der Bucht