Weihnachten 2003 in Florianopolis
20.12.2003 - 1.1.2004

Samstag, 20.12.2003:
Früh morgens geht es los auf die Autobahn in Richtung Curitiba. Etwa 100 km vor Curitiba geht es in die Berge und die Strasse führt zwischen Bananenplantagen in Richtung Süden. An den Strassen gibt es immer wieder kleine Parkbuchten, in denen Obst, überwiegend Bananen, zum Kauf angeboten werden (ich durfte natürlich wieder keine Bananenstaude mitnehmen :-(, die Bananen werden nicht pro Kilo angeboten, sondern eben nur in ganzen Stauden). Wie fast immer gibt es auf diesem Stück auch Unfälle und den obligatorischen Stau. Diesmal war genau an der Grenze der Bundesstaaten São Paulo und Paraná ein LKW die Böschung hinuntergerauscht und musste geborgen werden: Eine Stunde Komplettsperrung der Autobahn.


Verkaufsstände bieten vor allem Bananen an  - kurz darauf: der obligatorische Stau ...

In Curitiba kommen wir gegen 14:00 Uhr an. Nach einer halben Stunde Rast im Hotel treffen wir uns mit Robert, der seit etwa 2 Monaten jetzt hier arbeitet. Eine Runde durch das neue Shopping Center, weihnachtlich geschmückt, und dann geht es in den Park, nach der langen Reise die Beine Richtig vertreten. Leider überrascht uns ein kräftiger Regenguss, als wir uns gerade auf der Terrasse eines Biergartenlokals eine Cerveja gönnen. 


Weihnachten im Shopping   -  Ein kräftiger Regenguss im Park 

Sonntag, 21.12.2003:
Nach dem Frühstück fahren wir weiter in Richtung Floripa, zunächst bei Regen, dann klart es allmählich auf.  Ein Abstecher bringt uns nach Blumenau, die angeblich deutschste Stadt in Brasilien. Wir sind enttäuscht. Überwiegend Industrie, im Zentrum einige wenige Fachwerkhäuser und viel Restaurants, die den Touris angebliche deutsche Gerichte verkaufen (Kassler mit Kraut, Surhaxe mit Kraut, alles mit Kraut ...).
Wir fahren noch weiter nach Pomerode, ein kleineres Städtchen, ebenfalls von deutschen Aussiedlern gegründet und hier finden wir hat es schon etwas mehr von Deutschland, aber den weiten Weg lohnt es eigentlich nicht.


Tourist Information in Blumenau  - Schützenverein in Pomerode

Am späten Nachmittag kommen wir im Hotel "Costão de Santinho" in Florianopolis an. Ein riesiges Hotelressort mit allem, was man sich vorstellen kann - Animation, Kinderprogramm, Sport, etc etc ... Eigentlich nicht so mein Fall, wir werden sehen, wie die nächste Woche wird. Nach dem Einchecken treffen wir uns mit Biermanns, die mit dem Flugzeug direkt aus Campinas hierher gekommen sind.

Montag, 22.12.2003:
Der Tag beginnt und der erste Blick aus unserem Zimmer ist wunderbar. Direkt auf den Strand, eine supergepflegte Anlage, vor unserem Zimmer der Swimmingpool mit Poolbar. Auch die Zimmer sind super: Hell, Badezimmer mit Whirlpool, ein schönes Schlafzimmer, ein Wohnbereich und eine große Terrasse.


Blick aus unserem Apartment um 7:00 Uhr morgens


Bilder der Zimmer aus der Hotel - Homepage

Um 10:00 Uhr geht es los mit Programm, caminhada ecologica, Ökologische Wanderung, da müssen wir mit, Bewegung tut gut ... Es geht entlang des Strandes, dann einen Hügel hinauf, wo wir ca 5000 Jahre alte Steinzeichnungen besichtigen. Weiter geht es durch Dünen, wo wir die Flora und Fauna erklärt bekommen. Wir kommen erst nach 12:00 Uhr zurück, Zeit für den ersten Swimming Pool Besuch ! (und den ersten Sonnenbrand, wie immer)


Öko Wanderung - na, ist das ein Swimming Pool !!

Dienstag, 23.12.2003:
10:00 Uhr pünktlich geht's zur täglichen Wanderung, diesmal sollte es kurz werden. So kommt Dirk mit, Lara in der Trage auf die Schultern geschnallt. Da die leichte Wanderung zu leicht war, entschließen wir uns unterwegs, etwas weiter und bergiger zu  marschieren. Dirk musste Lara schließlich mehr als 3 Stunden Berge rauf und runterschleppen. Aber der Marsch lohnte sich. Durch den Wald quer zum wunderbaren Strand "Praia do Mocambique" und dann über die Berge zurück zu unserem Hotelstrand "Praia do Santinho".


Blick auf die Praia do Mocambique  - Dirk mit Lara auf dem Rücken 

Mittwoch, 24.12.2003:
10:00 Abmarsch, heute geht es zu den Dünen. Es ist unglaublich, welche wunderbaren Pflanzen auf dem kargen Sandboden gedeihen. Der Übergang von bewachsenem Boden zu den Wanderdünen ist fließend, die Hecken und Pinien erobern jeden auch noch so unwirtlichen Lebensraum.


Pflanzen die auf dem Sandboden gedeihen - In den Dünen

Den Rest des Tages gehen wir ruhig am Pool an, am Abend gibt es Bescherung im Hotelzimmer, anschließend Weihnachtsabendessen im Hotelrestaurant.  Zur Feier des Tages ist das Buffet besonders lecker und umfangreich. Auf dem Desserttisch gibt es sogar frische Kirschen - die hier in Brasilien ein Vermögen kosten. Mango und Papaya fast geschenkt, aber Kirschen sind hier was Besonderes


Der Gabentisch   -  Nachspeisenbuffet im Hotel

Donnerstag, 25.12.2003:
Trotz Weihnachten, es gibt kein Pardon. Um 10:00 Uhr geht es los zur ökologischen zu Fuß Umgehung der Insel :-). Heute, weil wir am Dienstag schon die Donnerstagstour zusätzlich mitgegangen sind, müssen sich unsere Öko-Guias was neues einfallen lassen. Wir fahren mit dem Omnibus zu einer Lagune, steigen dort mit einem Gewaltmarsch auf einen Berg (wahrscheinlich der höchste, der zu finden war) auf der anderen Seite wieder runter und schippern mit dem Boot quer über die Lagune. Dann zurück mit dem Bus.


Der Nikolaus kommt per VW-Bus bis zur Abmarschstelle  - Im Boot: Dirk mit Lara, Kati mit Tim und Norbert

Freitag, 26.12.2003:
Heute ist Wanderpause. Wir wollen mal die Insel und das Zentrum Floripas besichtigen. So kommen wir von der klöppelnden Bernadete schließlich zu den Markhallen, wo wir uns in einer der vielen Bars (gegenüber der Box 32) mit Bier und Shrimps stärken. Natürlich besuchen wir auch noch die restlichen Sehenswürdigkeiten im Zentrum, bevor wir uns wieder in unser gemütliches Hotel an die Poolbar zurückziehen.


Bernadetes Verkaufskiosk  -  In der Box32, eine Kneipe in den Markhallen

Samstag, 27.12.2003:
Was? Morgen schon Abreise? Und wir waren noch nicht mal richtig am Strand !! Das müssen wir sofort nachholen. Der Stand ist wunderbar, und wenn man etwas kaufen will, der benötigte Händler ist mit Sicherheit nicht weit.


Blick auf den Strand  - Nestlé Eisverkäufer 


Der Mann, der vom Strandtuch bis zum Umhang alles verkauft  - Langnese (Kibon) Eis Verkäufer und Kokoswasser Verkäufer 

Sonntag, 28.12.2003:
Am Sonntag, gleich nach dem Frühstück, geht es weiter in Richtung Süden. Wir wollen durch die Nationalparks im Süden Santa Catarinas und Rio Grande do Suls nach Gramado, aber erst mal machen wir halt in Torres. Wir bleiben im Dunas Praia Hotel, ein letzter Aufenthalt am Strand in diesem Urlaub. Da wir noch recht früh dran sind (gegen 14:00 Uhr in Torres) sehen wir uns die bekanntesten Sehenswürdigkeiten an. Torres hat seinen Namen von den steil am Strand aufsteigenden Fels"türmen". Ein Teil dieser Türme liegt in einem von Burle Marx, einem berühmten brasilianischem Architekten, angelegtem Park, dem Parque da Guarita. 


Einer der Felstürme am Strand  - Maria im Parque da Guarita

Am Abend dann noch eine wichtige Entscheidung: Der 1-Wochen-Bart muss ab, ich bin einfach kein Bartmensch.  


Gleich ist der Bart ab

Beim Lesen der Reiseführer stoßen wir dann noch auf eine wichtige Information: Der Nationalpark, "Parque Nacional de Aparados da Serra" ist Montag und Dienstag geschlossen! Und wir verplempern den ganzen Sonntag Nachmittag hier in Torres. Mist !! Also planen wir um, anstatt morgen in den Nationalpark u fahren, fahren wir direkt nach Gramado weiter und kommen am Mittwoch noch mal zum Park zurück, ca 200 - 300 km extra, aber selber schuld!

Montag, 29.12.2003:
Los geht es. Wir nahmen nicht die Sandstrasse durch den Nationalpark, sondern fahren unten rum auf der Hauptstrasse. Nach wenigen Kilometern stellen wir fest, dass auch die Hauptstrasse erst irgendwann eine Hauptstrasse werden soll. Im dichten Nebel, bei Regen geht es in Serpentinen durch ein Gemisch von Sandstrasse und neu geteerten Strassen.

Wir kommen schließlich in Canela an, es ist neblig, und - als wir aussteigend trifft uns halb der Schlag - eiskalt! 14 Grad am Nachmittag! Nachdem wir uns ein paar Infos in der Touristen Info holen geht es weiter nach Gramado. Die Strecke zwischen Canela und Gramado wird "romantische Strasse" genannt, und ist gesäumt von Hortensien entlang den Strassen. Was gibt es sonst noch in Gramado? Ja, Schokolade! Gramado ist die Hauptstadt der Schokoladenproduktion in Brasilien und wir machen natürlich noch am selben Tag eine Führung durch eine Schokoladenfabrik mit!


Auf der Fahrt: durch dichten Nebel geht es auf Sandstrassen durch die Berge - In Gramado gibt es Hortensien ohne Ende


Dienstag, 30.12.2003:
Fahrt nach Bento Goncalves zum "Vale dos vinhedos" (Tal der Weinberge). Wir besuchen die Miolo Winzerei und kaufen auch Weine ein vom Lote 43 (Los 43), der Beste, den sie haben, und den man nur direkt in der Winzerei kaufen kann. Wir werden ja sehen, ob eine guter brasilianischer Wein mit einem mittelmäßigen Chilenen mithalten kann. Wenn wir zurück sind gibt es Weinprobe.


Im Keller vor dem Lote 43 Regal - Blick ins Vale dos Vinhedos

Zurück in Gramado beschließen wir, noch den Wasserfall "Cascata do Caracol" in Canela zu besuchen, da das Wetter etwas aufgeklart hat. Canela und Gramado liegen nur etwa 5 km auseinander. Man kann den 131 m hohen Wasserfall von einer Aussichtsplattform von oben ansehen, oder über eine Treppe mit 927 Stufen nach unten marschieren, und das ganze von unten besichtigen. Da es normalerweise keinen Berg gibt, auf den ich nicht rauf will und auch kein Tal, wo ich nicht runter muss, mach ich natürlich beides. Fast unten angekommen sind die letzten 100 Stufen und die Plattform gesperrt. Man kann aber trotzdem etwas über die Absperrung klettern und hat ne ganz gute Sicht. Das einzige Problem sind nachher die 927 Stufen zurück !! Mann kann sich die Höhe ungefähr auf dem linken Bild vorstellen, wenn man sich überlegt, dass man von da, wo man gerade ist, bis zum Fuß des Falles runtermuss.

Der Wasserfall von oben - und von unten

und die Treppen zurück (der Anfang)

Mittwoch, Silvester, 31.12.2003:
Heute endlich geht es zurück zum Nationalpark Aparados da Serra, zum Canyon Itaimbezinho. Wir fahren ca 100 km gut ausgebaute Teerstrasse bis Cambará do Sul, dann geht es bei Regen wieder über die Sandpiste - 18 km ! Wenigstens hat es aufgehört zu regnen, als wir im Park ankommen. Auf zwei verschiedenen Treckingtouren, eine kurze und eine längere (1 Std, bzw 2 Stunden) kann man die schönsten Aussichtspunkte erwandern. Wir gehen beide !



Eindrücke im Nationalpark

Abends gehen wir noch in Gramado essen, müssen uns aber Mühe geben, noch bis Mitternacht aufzubleiben. Den Anbruch des Neuen Jahres erleben wir im Hotel, wo wir vom Fenster aus das Feuerwerk über Gramado betrachten.

Donnerstag, 01.01.2004:
Gleich nach dem Frühstück geht es los! 14 Stunden Fahrt von Gramado bis Campinas, wo wir gegen 22:30 ankommen, Bett, Schlafen, aus !!

:-)