08.02.2003, Samstag

Nationalpark in 4500 Metern Höhe

Um 7:00 Uhr läutet der Wecker, 7:30 Frühstück und dann ab in Richtung Lauca Nationalpark. In etwa zwei Stunden fahren wir unter anderem durch eine mit Kandelaberkakteen bewachsene Bergregion bis Putre, dort trinken wir erst einmal Cola und Mate de Coca wegen der Höhe. Putre liegt bereits auf etwa 3.600 Metern ü.d.M. und von dort, vom Meeresspiegel kommen wir ja gerade. Überwiegend Indianer, Aymara, leben dort, insgesamt ca 1.200 Einwohner. Putre hat eine typische Kirche für die Gegend, ein zwei Hotels / Hosterias und ein paar Restaurants. Ein typischer Ort, in dem die Touris etwa einen Tag bleiben, um sich an die Höhe zu gewöhnen und dann weiter in den Lauca Park fahren. Trotzdem ist Putre noch ein netter kleiner Ort geblieben. Da wir (dummerweise) das Hotel in Arica für drei Nächte gebucht hatten und auch keine Schlafsäcke etc dabeihatten, konnten wir sowieso nicht bleiben, sondern mussten noch am selben Tag zurück nach Arica.


Kandelaberkaktus - Parkplatz kurz vor Putre




Restaurant in Putre - von Putre in Richtung Park

Exkurs: Es besteht prinzipiell die Möglichkeit einer Rundreise, von Arica in den Lauca Nationalpark, und dann in den Anden weiter nach Süden, über die Reserva Nacional Las Vicunas und den Salar der Surire und schließlich den Parque nacional Volcan Isluga zurück nach Iquique. Uns wurde jedoch abgeraten, diese Tour ohne Allradfahrzeug zu unternehmen, und wir hatten es dann auch gelassen. Wir mussten aber damit den gesamten Weg Iquique - Arica - Lauca Nationalpark wieder zurückfahren.

Wir erreichen kurz hinter Putre den Eingang zum Lauca Nationalpark und schon begrüßen uns die ersten Lamas und Vicunas am Straßenrand.


Die ersten Lamas, Vicunas, Alpacas etc begrüssen uns am Parkeingang

Bei der ersten Station Sector las cuevas befinden wir uns bereits auf 4.300 Metern ü.d.M. Wir steigen aus und natürlich merken wir die Höhe. Jeder Schritt ist anstrengend, ein paar gelaufene oder schnell gegangene Schritte lassen einen nach Luft ringen. Gleich neben dem Sector gibt es einen kleinen Bachlauf und in den Felsen und auf dem Moos am Bach spielen unzählige Vizcachas, kaninchenartige Verwandte der Chinchillas. Gleich daneben sind Vicunas am grasen und oben auf den Felsen beobachtet ein Fuchs die potenziellen Opfer beim spielen. Auf dem Rundgang finden wir dann auch einige Vicunaskelette am Wegesrand ... Fuchs, du hast ...

Durch eine atemberaubende Landschaft (oder ist es die Höhe) geht es tiefer in den Park bis man eine wunderbare Aussicht auf die Nevados de Putre, die verscheiten Gipfel von Putre hat. Einige Kilometer später hat man dann den herrlichen Blick auf die Zwillingsvulkane Pomerape (6.250 m) und Parinacota (6.330 m), die beide direkt an der Grenze zu Bolivien stehen.


Vizcacha in den Felsen - erster Blick auf die Vulkane

Schließlich kommen wir zum Lago Chungará, der angeblich der höchstgelegene See der Welt sein soll und der 4.570 Meter ü.d.M liegt. Damit reicht es dann aber auch für meine Lunge. Man schwankt ständig zwischen "Aussicht genießen" und "tief einatmen" hin und her. Von hier aus sind es nur noch 12 km zur bolivianischen Grenze. Die 12 km fahren wir auch noch und kehren dann wieder um.




Am Lago Chungará - wow !!

Auf dem Rückweg halten wir in Parinacota an, einem kleinen Dorf auf 4.450 Meter Höhe. 50 Häuser und 15 Einwohner wurden bei der letzten Volkszählung gezählt. Und die 15 Einwohner wollen uns alle Andenken verkaufen :-) Wir kaufen zwei Wandbehänge, Foto wird nachgeliefert! Außer dem Tourimarkt gibt es noch eine der typischen Kirchen aus der Gegend, wirklich nett, unser Reise-Know-How meint, es sei eine der schönsten im Norden Chiles. Ja, schön ist sie schon, wenn man das so sieht.




Bei Parinacota: junge Lamas beim spielen - Kirche von Parinacota

Noch eine weitere Rast auf dem Rückweg in Putre, diesmal gibt es auch was zum Essen, es ist mittlerweile schon etwa 15:00 Uhr. Dann fahren wir bergab, bergab, bergab, zurück nach Arica, wo wir gegen 18:30 Uhr eintreffen.
[Nachtrag Maria: In Putre essen wir in einem kleinem, aber seht sauberen Restaurant zu Mittag und es gibt Cazerola - das ist Rinderbrühe mit Nudeln, Rindfleisch, Choclo (Mais), Kürbis und Kartoffel]