07.02.2003, Freitag
Geburtstag und Schädelweh
Der Rote gestern war wohl doch zu stark, oder war es der Pisco Sour? Egal hilft ja eh nichts, nach dem Frühstück müssen wir los in Richtung Arica. Jetzt sind wir schon eine Woche unterwegs, die Zeit vergeht wieder mal wie im Flug! Und Maria wird dieses Jahr ihren Geburtstag überwiegend auf der Strasse - auf der Panamericana - von Iquique nach Arica verbringen.Erst geht es wieder denselben Weg, den wir schon gestern fuhren, aus Iquique heraus, ca 50 km bis Humberstone und Santa Laura, diesmal aber ohne Stopp. Danach, ab Humberstone sind wir auf der Panamericana und zischen ab in Richtung Norden. Nach nur wenigen Kilometern steht bereits der erste Halt an. Ca 15 km abseits der Panamericana befindet sich "El Gigante" oder "Gigante de Atacama", der Riese der Atacama Wüste. Es ist eine Felszeichnung mit einer Länge von 86 Metern, die größte menschliche Figur , die Archäologen bislang gefunden haben (meint unser Führer Reise-Know-How). Die Figur wurde erstellt, indem die obere, dunklere Gesteinsschicht vom Fels abgeschabt wurde und damit die hellere Gesteinsschicht zum Vorschein kam. Hört sich toll an, ist aber nicht so beindruckend wie man bei der Beschreibung denkt ...
Wir fahren weiter zurück auf die Panamericana und weiter nach Norden, zunächst durch eine monotone, steinige Wüste (wie schon von Calama nach Tocopilla), schließlich führt die Panamericana durch eine beeindruckende Schlucht, kilometerlang geht es nur abwärts, bis bei Cuya der Fluss überquert wird (ein Rinnsal, aber die Schlucht ist sicher 1 km tief !) und es in Gegenrichtung wieder bergauf geht. Gegen 14:00 Uhr kommen wir in Arica an, müde von der Fahrt und der Hitze.
Arica ist die nördlichste Stadt Chiles und hat etwa 165.000 Einwohner. Sie ist eine der ältesten Siedlungen Chiles und war schon lange vor Ankunft der Spanier als Siedlung bekannt. Bis 1880 gehörte Arica zu Peru, erst in den Salpeterkriegen wurde es von Chile einverleibt und gehört offiziell seit 1929 zu Chile. Nichtsdestotrotz ist Arica eine furchtbar hässliche Stadt und wir können nicht nachvollziehen, warum die Chilenen unbedingt diese Stadt wollten ;-). Nein, Spaß beiseite, Arica ist eine der bedeutendsten Hafenstädte für Chile, aber auch für Peru und vor allem für Bolivien, das seit den genannten Salpeterkriegen keinen eigenen Zugang zum Meer mehr hat (das einzige Südamerikanische Land, das nicht am Meer liegt).
Wir haben tatsächlich von Arica kein einziges Foto, nicht mal die 150 k für ein digitales haben wir geopfert. Arica ist aber eben zwangläufig eine Zwischenstation, für alle die weiter in den Lauca Nationalpark wollen, so wie wir. So haben wir uns gleich nach der Ankunft in unser Hotel Arica einstationiert, das liegt am Meer und ist ganz komfortabel, so dass wir den Nachmittag zum Entspannen genutzt haben, mit einem Abstecher in die Fußgängerzone Aricas (vergiss es einfach, ohne weiteren Kommentar) und in die Markthallen (dito).
Zitat unseres Reise-Know-How Führers: "Bleiben die Strände - derentwegen kommen vielleicht nicht die meisten Touristen, derentwegen bleiben viele aber länger als geplant." Liebe Touristen, die ihr wegen der Strände in Arica bleibt, hier kommt ein Tipp: Fliegt besser nach Brasilien !
[Nachtrag Maria: Abends, kurz vor Sonnenuntergang, fahren wir hoch zum Morro de Christo (ein Fels mit Überblick über die gesamte Stadt und das Meer, mit Christusstatue), aber auch von oben - Arica ist nicht gerade schön! Zurück im Hotel sitzen wir noch auf der Terrasse und genießen einen Cocktail und Bier.]