02.02.2003, Sonntag

San Pedro de Atacama 


Tja, um 5:30 Uhr läutet der Wecker, um 6:00 Uhr gibt es Frühstück und um 6:15 Uhr geht es mit dem Fahrer des Hotels zum Flughafen. Dort bekommen wir bei LAN Chile schließlich unsere im Internet gekauften Tickets ohne Probleme ausgehändigt und pünktlich um 8:15 Uhr hebt das Flugzeug ab in Richtung Norden. Erst nach Antofagasta, von dort geht es nach kurzem Zwischenstopp weiter bis Calama.

Im Flugzeug bemerke ich, dass ich meine Smart Media Card (für die, die es nicht wissen: Speicherkarte für die Digicam) im Hotelsafe liegengelassen habe. Mist! Gott sei Dank wenigstens eine leere, aber trotzdem, sind ja nicht billig, die Dinger. Gleich nach der Landung rufe ich im Hotel an und versuche, dass sie mir die Karte von Santiago ins Hotel nach San Pedro schicken, aber ich zweifle, dass das klappt. Hmm noch etwa 50 Fotos für 10 Tage bis wir zurück in Santiago sind? Unmöglich, das sind nur maximal 5 digitale Fotos pro Tag, da muss eine neue Karte her, unbedingt :-)

Am Flughafen mieten wir uns einen Leihwagen, einen Toyota HILUX Pick-Up. Dieser wird nun 10 Tage in unseren Diensten stehen. Er ist gar nicht so teuer und hat nur 9.000 km auf dem Tacho. Außerdem noch Platz hinter der Fahrerkabine, um unser Gepäck auf den Rücksitzen unterzubringen.

Die erste Fahrt geht Richtung Shopping Center, Wasser einkaufen, das in der Atacama Wüste rar ist und teuer. (Und eine neue Smart Media Card, Anm. der Redaktion). Außer dem Wasser, der Smart Media Card, leider nur mit 16 MB und einem Mittagessen beim Hähnchenbrater gibt es hier nichts kaufenswertes, so machen wir uns auf den Weg nach San Pedro de Atacama.

Bereits beim Flug wurde uns klar, ein Dschungelurlaub wird das nicht. Wüste, Wüste, Wüste, Sand, kleine Steine, große Steine ...
Die knapp 100 km sind rasch hinter uns gebracht, wieder nur Sand, Sand, Sand. Wir checken im Hotel Don Tomás ein, das wir ebenfalls schon von zuhause per email reserviert hatten. Das Hotel ist in dem hier typischen Adobe Stil mit Lehmziegeln erbaut, innen aber komfortabel und recht gemütlich.


Schon beim Anflug war klar .. hier wird es sandig werden - unser Toyota vor dem Hotel Don Tomás

So, erstmal kurze Hosen an und eine Erkundungsfahrt durch die Stadt. Wir sind beide recht müde und so liegen beim Fahrer und Beifahrer die Nerven blank. Der Fahrer bekommt einfach das Einbahnstraßensystem nicht auf die Reihe und die Stadt mit ca 1000 Einwohnern und mit ihren 3 Längs- und 4 Querstraßen wird echt zum Orientierungsproblem. Ich brauche einfach Hochhäuser für die Orientierung, in Sao Paulo wäre das nicht passiert. Vielleicht liegt es ja auch an der dünnen Luft hier oben, wir sind ja immerhin schon auf 2440 Meter. So stellen wir einfach das Auto ab und gehen zu Fuß, das ist bei den genannten 3 Längs und 4 Querstraßen sowieso praktischer (auch wenn der Fahrer das zunächst gar nicht einsieht).

Zunächst besichtigen wir das Museum, angeblich eines der besten in Chile, zeigt vor allem Gebrauchsgegenstände, aber auch Mumien sowie die Lebensweise der verschiedensten Volksstämme, die hier in der Atacama Wüste gelebt hatten.

Nach den Mumien geht es zur Kirche/Kathedrale, deren Baustil ebenfalls typisch für den Atacama Raum ist. Erbaut ist sie - wie unser Hotel - aus den Adobeziegeln (luftgetrocknete Lehmziegel erklärt unser Reiseführer Reise-Know-Know), sie ist weiß gestrichen und hat wie so viele Kirchen eine Dachkonstruktion aus Kaktusholz, mit Stroh belegt.



Die Kirche von außen und von innen, schön sieht man das Kaktusholz-Dach

Nach soviel Kirche und Museum geht es erstmal in eine Kneipe, was zu Essen einwerfen und mit Cola runterspülen. Soviel Cola wie in dem Urlaub trinken wir sonst das ganze Jahr nicht, aber das ist ziemlich gut wegen der Höhe und auch für den Zuckernachschub (Erfahrung aus Bolivien letztes Jahr). Etwa um 18:00 Uhr sind wir zurück im Hotel. Wir schaffen es nicht mehr, noch wegzugehen, und schlafen bis zum nächsten Morgen.

[Nachtrag Maria: Juhu! Immerhin wieder 90 Fotos mehr mit der neuen Smart Media Card!]