01.02.2003, Samstag

Immer noch Santiago de Chile


Gegen 8:30 gibt es lecker Frühstück im Hotel Fundador. Wir haben geschlafen wie Tote, der Tag zuvor war wohl doch etwas anstrengend. Nach der Stärkung im Frühstücksraum geht es wieder auf Erkundung. Zunächst zur Plaza de la Constitution, wo das Hotel Carrera steht, von dem aus 1973 der Militärputsch gegen Präsident Allende gefilmt und berichtet wurde. Auf demselben Platz befindet sich nämlich auch der Regierungspalast, die Moneda. Wir sehen zwar heute keinen Militärputsch, dafür aber eine Wachablösung mit Aufmarsch und Musik, die ist weniger gefährlich und auch sehr unterhaltsam ... was Maria dabei besonders gefallen hat, zwei Mädels in Uniform haben die Jungs kommandiert, wo gibt's denn sowas...


Wachablösung mit Militärmusik, im Hintergrund der Regierungspalast

Wir schlendern durch die Paseo Huerfamos, einem weiteren Teil der Fußgängerzone zum Cerro Santa Laura, einem kleinen Hügel mitten in der Stadt, von dem aus man einen wunderbaren Überblick über die Altstadt hat. Und wie der Reiseführer von Reise-Know-How zu berichten weiß, fand diesen Ausblick bereits - nein nicht Otto Bürger 1923 sondern - Charles Darwin äußerst erbauend. (Wer den Witz nicht kapiert muss wohl die 23,50 Euro in den Reise-Know-How Führer investieren, lohnt sich aber sicher nicht)


In der Fußgängerzone: in verglasten Hochhäusern spiegeln sich historische Gebäude - Blick vom Cerro Santa Laura

Über die Plaza Mulato Gil do Castro spazieren wir wieder zum Viertel Belavista, Lapislazuli Kunst ansehen. Aber die ganze Stadt ist heute wie ausgestorben, es ist Samstag nachmittags und sauheiß ( mindestens 35 Grad). Außerdem ist die Lapislazuli Kunst  Lapislazuli Kitsch. Dann gehen wir eben Mittagessen im Restaurant Don Simon. Maria ist begeistert von ihrem Pastel de Choclo (= Maispampe, Anm. der Redaktion) und kaum zu beruhigen ... will Rezept !! 

Um 15:00 Uhr, nach dem Mittagessen, fahren wir mit dem der Funicular (Standseilbahn sagt unserer Reiseführer) hoch zum Cerro San Christobal, auf dem eine riesige Marienstatue, die Virgen de la Immaculada Concepción, über die Stadt wacht. Mit der Teleferico (Seilbahn sagen wir) geht es zunächst zu einem Weinmuseum auf halber Fahrstrecke, und danach ganz nach unten in die Stadt, von wo aus wir mit der U-Bahn zurück zum Hotel fahren. Die U-Bahnen sind hier übrigens teilweise als Kunstwerke ausgestattet, teilweise mit Gemälden verziert oder sonstigen Kunstgegenständen.



Nach unten geht es mit der Teleferico - die bemalte U-Bahnstation "Universidade"

Das Abendessen nehmen wir im Restaurant "Kilometre 11680" ein, das wir tags zuvor entdeckt hatten (vgl Anmerkung Maria). Ein nicht billiges aber schönes Restaurant, mit Sommelier zur besseren Eingewöhnung in die Welt der chilenischen Weine. Um 23:00 nehmen wir wieder den mittlerweile bekannten Bus zum Hotel, uns steht eine kurze Nacht bevor.

[Nachtrag Maria: Heute waren wir wieder vergebens bei LAN Chile - schon wieder keine Tickets für morgen]