11.02.2003, Dienstag

Das größte von Menschen geschaffene Loch 

Heute nehmen wir also den zweiten Anlauf auf Chuquicamata, die größte Kupfermine der Welt. Chuquicamata ist eine oberirdische Mine, das bedeutet, es ist keine "Höhle" sondern einfach ein Loch aus dem kupferhaltiger Sand abgebaut wird. Ein Loch, aber was für eins.


Blick in die Mine von Chuquicamata - die überdimensionalen LKWs, im Vergleich dazu unser Bus oder vor dem Rad ein Mensch

Da wir inzwischen wissen, dass die Führung nur einmal täglich um 9:00 Uhr losgeht, müssen wir um 7:30 aufstehen und um 8:00 Uhr aus Calama losfahren. Obwohl Chuquicamata direkt neben Calama liegt dauert es doch fast eine halbe Stunde, bis man schließlich an der Kartenausgabestelle für die Besucher ankommt. Diese liegt nicht in der Mine, sondern in der Stadt Chuquicamata. 

Wir sind rechtzeitig da und ergattern Karten für die 9:00 Uhr Führung (es sind wieder so viele Leute, dass auch um 11:00 Uhr eine Zusatzführung gehalten wird). Es beginnt mit einem Film, erst auf Spanisch, dann das gleiche noch mal auf Englisch. Daten über die Mine und über den Betreiber Codelco, die staatliche Kupfergesellschaft. Die Mine ist 4 km lang, 2 km breit und etwa 850 Meter tief. Die Lastwagen können mehr als 200 Tonnen Gestein transportieren, die Reifen der LKW sind vier Meter hoch etc. Nach dem Film werden wir zu Bussen gebracht und zur Mine befördert. Ganz nebenbei erzählt man, dass beschlossen wurde, die Bewohner von Chuquicamata nach Calama überzusiedeln, weil die LKW soviel Diesel verbrauchen, dass es teurer wäre den Abraum weiter wegzufahren als die Bewohner umzusiedeln. So schüttet man die Stadt einfach mit Geröll zu! Außerdem sei das ja sowieso besser für die Gesundheit der Bewohner, weil die Luft hier doch recht verstaubt ist. 


Zur Mine gehört auch ein Chemiewerk in dem das Kupfer hergestellt wird -
die Stadt wird bereits zugeschüttet, hier der Blick auf das ehemalige Krankenhaus (im Hintergrund)

Trotzdem ist die Mine / Dreckschleuder beindruckend, zumindest für Besucher. Die meisten Minenarbeiter - obwohl sie hier hervorragend verdienen - versuchen möglichst schnell wieder hier wegzukommen, zumindest die höheren Angestellten ... tja das Leben ist wohl doch wichtiger als etwas mehr Geld - zumindest für den, der es sich leisten kann!

Nach dem Minenbesuch fahren wir zurück nach Calama und essen im Club Croatia zu Mittag. Den Nachmittag verbringen wir im (Mini-)Shopping Center von Calama und versuchen, die Zeit totzuschlagen. Wir fahren zum Flughafen, geben unseren Pick-Up zurück und fliegen um 18:40 Uhr nach Santiago. Unser neues Auto ist ein Toyota Yaris, mit dem wir gleich mal durch die Fußgängerzone zum Hotel durchbrechen ;-) Gegen 23:00 Uhr checken wir wieder im Hotel Fundador ein.