Valle Sagrado
25.12.2001
25.12.2001, Dienstag
Nach dem Aufwachen beschliessen wir, heute den Ganztagesausflug ins Valle Sagrado, das Heilige Tal
der Inkas, zu machen.
Ich rufe im Reisebüro an und um 8:45 Uhr holt uns der Bus im Hotel ab. Der erste Zwischenstopp ist ein
kleiner Markt in dem es nur für Touris vorbereitete Souvenirs gibt. Man trifft alle Busse aus
Cusco hier ... alle auf der gleichen Tour. Wir treffen auch die Schweizerin wieder, die wir in
Copacabana kennengelernt hatten. Sie war schon auf dem Machu Picchu und war ziemlich begeistert.
Nach etwa einer Stunde sind wir in Pisaq. Der Ort Pisaq hat Inkaruinen, viel Kultur und vor allem
einen sehr bekannten Markt. Wir sind neugierig und anschliessend sehr enttäuscht. Dieselben
bunten Touriartikel, die auch sonst überall verkauft werden, dieselbe Leier (Señor, compra por
favor). Der Markt in La Paz war wesentlich authentischer, meiner Ansicht ist Pisaq mittlerweile zum
Touristenschauspiel verkommen. Vielleicht ist ja der Sonntagsmarkt noch besser, ursprünglich fand der
Markt nur Sonntags statt, wegen der Touristen mittlerweile auch Dienstag und Donnerstag. Den Gipfel
bilden kleine Kinder mit Lämmchen im Arm oder Mütter mit Babies in der Trage, alle schon in Tracht,
die sich für Geld fotographieren lassen wollen. (Please photo ... pleeaaaassse). Wir sind froh als wir
wieder weiterfahren.

Blick ins Heilige Tal (auch Urubamba Tal, wegen des Flusses Urubamba) - Der Markt in Pisaq
mit Touristenbussen
Nächster Stopp: Ollantaytambo. Der Bus fährt zunächst durch das Städtchen Ollanta und steht plötzlich
vor riesigen Terrassenanlagen. Das haben wir einiges vor uns, das Bild der mächtigen Terrassen mit
dem Tempelbauten oben auf dem Berggipfel ist imposant. Erst oben angekommen sieht man das volle Ausmaß
der Festung. Am beindruckendsten ist die Tempelmauer. Sechs Steinblöcke, alle zwischen 3,4 und 4 Meter
hoch und mit einem Gewicht von bis zu 50 Tonnen. Unvorstellbar wie die Inkas diese Blöcke vom
Steinbruch auf der anderen Seite des Tales, über das Tal bis hinauf zur Festung gebacht haben.
Der Aufstieg war bereits ohne Stein auf dem Rücken nicht ohne !!! Trotz leichten Regens steigen wir
die nicht enden wollenden Treppen hinauf, bis wir im Tempelbereich ankommen. Der Ausblick von
dort oben ist sagenhaft!

Terrassen von Ollantaytambo und die Tempelmauer
Nach diesem wirklich beindruckenden Besuch fahren wir zur Mittagspause nach Ollanta ins Restaurant
"Maizal". Ein herrlicher Garten mit einem leckeren Buffet erwarten uns.
Nach dem Essen und einer Pause fahren wir durch das Urubambatal und über die Bergrücken zurück
in Richtung Cusco. Diesesmal aber über Chinchero. Chinchero hat ebenfalls einen Touristenmarkt, der
jedoch um diese Uhrzeit bereits fast leer war, ausserdem eine Kirche, die auch Gemälde der
Cusqueñer Schule aufweist. Vor allem aber ist es der schöne Ausblick auf die schneebedeckten
Sechstausender, vom Kirchen- und vom Marktplatz aus, die uns sehr beindrucken. Auf dem Markt kaufe
ich noch ein "Pallo de Lluvia", einen Regenstab, wenn wir das nächste Mal einen zu trockenen
Sommer haben, werde ich es mal ausprobieren.

Glockenturm in Chinchero - Blick vom Kirchenplatz auf Markt und Kordilliere
Gegen 17:30 sind wir zurück in Cusco. Ein lohnender Ausflug, vor allem wegen Ollantaytambo.