Lima
28.12. - 30.12.2001
28.12.2001, Freitag
Flug nach Lima.
Um 13:30 Uhr, pünktlich landen wir in Lima. Wir nehmen uns ein Taxi zum Hotel und rätseln,
ob es gut war, noch 2 Tage in dieser nicht gerade einladenden Grossstadt einzuplanen.
Die Zimmer im Kamana Hotel sind in Ordnung, die Lage sehr zentral. Es gibt in Lima eigentlich
zwei Möglichkeiten, wo man bleiben kann. Im historischen Zentrum (wo wir blieben), mit der
Plaza Mayor, den Prachtbauten und Kirchen oder in Miraflores, dem neuen Geschäftszentrum,
einem reicheren Viertel, das sich nach dem Herabwirtschaften des historischen Zentrum als
Geschäftsmittelpunkt etabliert hat.
Da wir beide einen Riesendurst haben, gehen wir erstmal zur Plaza Mayor und suchen uns
ein nettes Eiscafé in der Fussgängerzone. Die führt von der Plaza San Martin zur Plaza Mayor
und ist voller fliegender Händler und Schnellimbisse. Direkt an der Plaza Mayor sind dann auch
noch ein paar nettere kleine Lokale, dorthin haben wir uns verzogen.
Das historische Zentrum Lima ist teilweise noch recht gut erhalten. Die Gebäude rund um die Plaza
Mayor sind wunderbar und auch z.B. das Kloster San Francisco ist mit seinem Klostergarten
und vor allem mit den Katakomben ein Touristenmagnet. Die Katakomben sind voll mit Schädeln und
Gebeinen, von Wissenschaftlern schön übersichtlich gestapelt ... San Francisco ist eine der
wenigen Kirchen, die die vielen Erdbeben in Lima relativ gut überstanden hat. Die Heiligen werden
dafür verehrt, wahrscheinlich war es aber die Konstruktion der Katakomben, die die Erschütterungen
abgefedert haben.

Plaza das Armas: Kathedrale - Weihnachtskrippe in der Municipalidad
Am Abend ist die Fussgängerzone mit den billigen Imbissen brechend voll, die etwas besseren
Lokale aber bald leer. Die besser Verdienenden wohnen wohl doch eher in Miraflores und meiden
das Stadtzentrum, vor allem nachts. Das kennen wir ja alles aus Brasilien ...
29.12.2001, Montag
Nach dem Frühstück erstmal in Zentrum. Das Denkmal Simon Bolivars ansehen und danach in die
Markthallen und ins Chinesische Viertel, wo wir Pisco für zuhause einkaufen. Hoffentlich klappt
das auch zuhause mit dem Pisco Sour ...

Im Mercado, den Markthallen
Mittags besichtigen wir das Gold und Waffenmuseum.
Die Waffensammlung im Erdgeschoss ist ein buntes Durcheinander von Waffen, Uniformen und Rüstungen
aller Art und Zeiten. Auffallend viele Nazi Überbleibsel findet man dort. Was nicht alles damals
nach Südamerika geschleppt wurde. Aber auch ein Schwert von Königin Elisabeth von England,
Waffenschenkungen des Vatikan (!?), Japanische Samurai Schwerter und Uniformen etc etc.
Interessant wird es aber im Untergeschoss: Durch eine Tresortür tritt man ein und durchschreitet
zunächst eine Vor-Inka Halle mit allerlei Keramiken. Dann - Gold. Goldschmuck, Kettchen, Anhänger.
Im nächsten Raum vom Gold-Anhänger zu Gold-Hemden, Gold-Decken und schliesslich der letzte Raum
mit Gold-Kronen, Gold-Figuren usw. Die Dramatik wird geschickt gesteigert, die Masse an Gold
von Raum zu Raum mehr. Leider sind einige der schönsten Stücke gerade in einer Austellung in Seoul,
aber das, was da ist, ist mehr als beeindruckend. Wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass die
Spanier eigentlich nicht viel übrigliessen, und das, was man hier hat nur ein paar später gefundene
Grabbeigaben sind ... unglaublich! Wie muss das alles früher ausgesehen haben, mit all den Tempeln
voller Gold und Edelsteine.
Den Nachmittag wollen wir in Miraflores verbringen und lassen uns mit dem Taxi zum Larcamar fahren.
Das ist ein Shopping Zentrum, das direkt in die Steilküste des Pazifiks eingebaut ist. Wir trauen
unseren Augen nicht, denn wir befinden uns plötzlich in einer anderen Welt. Statt Chicharrón und Cuy
gibt es plötzlich, Burger King und KFC! Ein Stück USA mitten in Lima .. ok, ich gebs zu, wir haben
es genossen! Erstmal Burger King und dann ins Kino! Ein Kino wie ich es seit langen nicht mehr
erlebt habe, auch in Brasilien nicht. Das ist wirklich nicht Peru, sondern eine Insel eines anderen
Landes. Zur Krönung dieses Nachmittags kaufen wir uns noch unser "Totem", als Erinnerung an einen
herrlichen Urlaub. Es ist von einem Künstler aus Cusco, leider haben wir es erst hier, wahrscheinlich
ein vielfaches teurer entdeckt.

Totem
30.12.2001, Samstag
Der letzte Urlaubstag. Beim Frühstücken sehen wir fern und sehen, dass es gestern Abend, wir waren
wohl noch im Larcamar, gebrannt hat. Nur 4 Strassenzüge von unserem Hotel entfernt, durch
Feuerwerkskörper entfacht. Wie wir später erfuhren, starben über 200 Menschen bei diesem Brand.
Wir nutzen den Tag noch für einen Besuch im archäologischen Museum, viel unternehmen wir
nicht mehr an diesem letzten Tag.
Um 23:00 geht unser Flugzeug zurück nach São Paulo. Adios Peru !