Copacabana
18.12. - 19.12.2001
18.12.2001, Dienstag


Heute ist wieder mal frühes Aufstehen angesagt. Nach dem Frühstück checken wir aus und warten auf den Bus, der wieder mal eine halbe Stunde Verspätung hat. Dann geht es los. Noch ein kurzer Stopp am Busbahnhof, wo unser gesamtes Gepäck auf das Busdach geladen wird und noch weitere Passagiere zusteigen. Nach etwa 2 Stunden erreichen wir San Pablo de Tiquina. Wir verlassen den Bus und werden mit einem Boot über eine Engstelle des Titicacasees gefahren. Der leere Bus (mit unserem Gepäck) setzt mit einer Fähre über. Den ganzen Tag ist es schon zugezogen, teilweise regnet es. So bekommen wir leider vom angeblich schönsten Stück der Strecke La Paz - Cusco nicht viel mit. Gegen 12:30 Uhr kommen wir in Copacabana an.


Fahrt La Paz - Copacabana - erster Blick auf Copacabana

Unser Gepäck ist natürlich trotz Plastikplane beim Regen nass geworden, aber nur die ganz unten liegenden Teile. Naja, müssen wir es halt etwas trocknen lassen. Jetzt noch bei 3800m Höhe mit Koffer und Taschen hoch zum Hostal La Cúpola! Aber unser Zimmer Nummer 11 lohnt für die Mühe. Mit Wintergarten und herrlichem Blick über den Titicacasee.
Sagenhaft ist auch die Zimmertür, wie eine Falltür zum Speicher...

An dieser Stelle möchte ich nochmal ausdrücklich meinen Dank aussprechen an Prof. Dr. J. und Petra für den tollen Tipp mit La Cúpola! Nein, wir haben keine Schweine vor unserem Zimmer gesehen, aber der Aufenthalt war auch ohne Schweine lohnend!


La Cúpola, Zimmer Nr 11

Als wir den ersten Stadtrundgang machen ist wieder strahlender Sonnenschein. Konnte das nicht schon vormittgs so sein? Nach einem Imbiss und einem Spaziergang nehmen wir uns noch den Cerro Calvario vor. Der Weg führt über 14 Kreuzstationen hoch auf einen Hügel, von dem aus man weit über den Titicacasee und über das Hinterland Copacabanas sehen kann. Aber die zusätzlichen Höhenmeter haben es gewaltig in sich, kaum zu glauben, dass die Einheimischen auch noch Essen und Getränke zum Verkauf hier hochschleppen, aber die Höhe sind sie ja gewohnt.


Auf dem Cerro Calvario, dem Kalvarienberg

Am Abend gönnen wir uns noch im Restaurant des Hotels eine Forelle aus dem Titicacasee. Die Spezialität aller Restaurants in Copacabana ist wirklich zu empfehlen. Wieder einmal fallen wir müde ins Bett und schlafen gleich ein, trotz Temperaturen von um die Null Grad und leider keiner Heizung ...


19.12.2001, Mittwoch

Heute ist Ausflugstag, die Isla del Sol (Sonneninsel) und die Isla de la Luna (Mondinsel) stehen auf dem Programm. Nach dem Frühstück gehen wir runter in die Stadt und kaufen Tickets für die Bootsfahrt. Klar, dass wir nicht wie geplant um 8:15 Uhr losfahren, sondern erst kurz vor 9:00 Uhr. Wir schippern schön langsam in 2 Stunden an das Nordende der Sonneninsel. Gegen Ende der Fahrt fängt es leicht an zu regnen, aber es hört bald wieder auf. In dieser Jahreszeit ist das Wetter halt wirklich sehr unbeständig. Der Kapitän ermahnt uns noch, pünktlich um 12:40 zurück auf dem Boot zu sein und wir zischen ab. Kurzbesuch im Museum, das nicht allzuviel zu bieten hat (nur ein kleiner Raum, interessant sind ein paar Funde, die 1992 aus der versunkenen Stadt geborgen wurden), anschliessend geht es hoch auf den Berg. Der Weg zieht sich ziemlich und bei der Höhe geht das ganz schön an die Substanz. Aber die Ausicht ist wunderbar, die Ruinen dagegen leider nur mittelmässig interessant. Aber das ist vielleicht auch Ansichtssache, denn nach Inka Legende war die Sonneninsel immerhin Geburtsort des Schöpfergottes Wiracocha, die Sonneninsel demnach Ausgangsort des gesamten Inka Imperiums. Leider ist von alledem nicht mehr viel zu sehen.

Wir hetzen uns ab, um pünktlich zurück am Schiff zu sein .. wo wir dann über eine halbe Stunde auf den Kapitän warten... Die nächste Station ist die Mondinsel und weitere 2 Stopps wieder auf der Sonneninsel, jeweils mit mindestens einer Stunde Bootsfahrt dazwischen. Gegen 18:30 sind wir zurück in Copacabana am Hafen. Über 10 Stunden waren wir unterwegs, davon mindestens 6 auf dem Boot. Eine vielleicht bessere Alternative wäre es gewesen - wie manche es gemacht haben - auf der Sonneninsel von Norden nach Süden zu Wandern und die Mondinsel auszulassen. Man kann dann auf dem letzen Stopp wieder auf das Boot zusteigen. Der Inselmarsch ist wirklich schön und kurzweilig und die Inselüberquerung dauert etwa 4 Stunden.


Mondinsel mit Kordilliere Real - unser Ausflugsboot

Abends sind wir wieder im Hotelrestaurant, viel zu müde, um nochmal in die Stadt (und vor allem zurück) zu laufen. Wir treffen eine Schweizerin wieder, die wir auf der Fahrt La Paz - Copacabana kennengelernt hatten. Nach wieder einmal gutem Essen (eine Art Schaschlik) und gegenseitigem Erfahrungsaustausch ruft relativ früh das Bett ...